Von der Sonne verwöhnt war unser Fest nicht. Beim Aufbau der Zelte am Donnerstag und Freitag kamen die Männer kaum ins Schwitzen, regelmäßige, leicht gekühlte Wassergüsse von oben verhinderten sofort jegliche Schweißausbrüche. Beim Abbauen am Sonntag war die Situation auch nicht viel besser.
Dazwischen aber lag der Samstag und eine beständige Gute-Laune-Wolke hing sanft über dem Fest. Auch nach dreimaligem, regennasse Tische abwaschen, was die Herren der Schöpfung in Perfektion beherrschen, zeigte die Wolke keine Veränderung. Leuchtend gelbe Tischdekoration, liebevoll kreiert, zauberte den fehlenden, sommerlichen Flair in das Zelt und eine Lächeln in die Gesichter der schmückenden Damen. Den Chef (Wolfgang Laier) konnte nichts aus der Ruhe bringen, wie immer war alles ausgezeichnet vorbereitet und organisiert. Sein Lächeln in die Kamera sagte wie es ist: „Wer einmal zum Dorffest kam, kommt wieder und lässt sich von Äußerlichkeiten, wie Regen oder lausigen Temperaturen nicht abhalten:“
Um 15:00 Uhr, ein letztes Mal, das gewohnte Bild - die Selbstverständlichkeit, die Gute-Laune-Wolke sackte für einen kurzen Augenblick ab. Nicht lange, denn der letzte gemeinsame Gottesdienst von Pfarrer Binder und Pfarrer Grammetbauer war ein harmonischer und stimmungsvoller Beginn des Dorffestes. Gemeinsam singen, beten, danken, fröhlich sein. Ja, Pfarrer Binder wird bald seinen verdienten Ruhestand antreten, doch wir hoffen ihn und seine Frau auf dem nächsten Fest als Gäste begrüßen zu können.
Der Duft von frisch gekochtem Kaffee zog durch das Festzelt und die freundlichen Damen an der Kuchentheke wurden umschwärmt von Kuchen- und Tortenliebhabern, wie Sonnenblumen von Honigbienen. Die ersten Steaks brutzelten auf dem Grill, Herta hatte ihre super Fischbrötchen vorbereitet und die flotten Mädels vom Service Sara, Ronja und Natalie standen schon in den Startlöchern und hatten dann auch den ganzen Nachmittag und Abend gut zu tun.
Wie war das Fest? Es war so locker, fließend, harmonisch, es war das Fest der lächelnden Gesichter - keine großen Aktionen, keine Highlights, keine Besonderheiten, nein, es war die Ruhe, die Gelassenheit. Zusammen sitzen, plaudern, dort ein Schwätzchen, da ein Plausch, alte Bekannte, neue Gesichter. Kein sommerwarmes Kurzehose- , Trägerkleidchenfest, mal Strickjacke, mal Anorak, mal Schal und warme Schuhe, mal Regenschirm, mal unters Dach. Die Gute-Laune-Wolke hatte alles fest im Griff. Auch unserem Bürgermeister und seiner Frau stand das Lächeln gut zu Gesicht. Ein Gläschen Wein und Curry-Wurst, ein frisch gezapftes Bier gegen den Durst und später noch ein Tänzchen. Es gab leider keine Kutschfahrt, eines der Pferdemädchen war unpässlich. Den Kindern brachte das kein Problem, eine schöne Matschpfütze und die Wiese, dann auf den Hänger rauf und runter, ja spielen kann man überall und jederzeit und immer.
Nun, wenn man die Gesichter sieht, die Bilder sprechen Bände, „Das Lächeln“ war das Thema doch bei diesem Feste! Und spät, sehr spät, viel später noch, erst dann, dann war das Fest zu Ende.
G. Krewing-Rambausek