Und wieder trotzte der Winter mit frostigen Temperaturen und eisigem Ostwind, selbst tiefgekühlte, sauber und korrekt ausgelegte Hühnereier blies er aus der Formation.
„Eierlauf“ im Unterhof, nur Schnee und Dauerregen verhindert das alljährliche Ostermontag-Spektakel im Dorf. Die Teilnehmer, die ihre warmen Wintersachen vom Weihnachtsmarkt noch nicht in den Schrank gepackt hatten, waren an diesem Montag damit bestens angezogen. Nicht, dass wir keine Sonne gehabt hätten, sie strahlte hell und intensiv von einem eisig blauen Himmel. Die Tribünenplätze auf der Sonnenseite waren dicht mit bemützten und behandschuhten Zuschauern besetzt.
Es gab natürlich auch andere Methoden den kalten Temperaturen zu trotzen. Da waren schon mal die angetretenen Läuferinnen und Läufer wie immer international aus den ganzen umliegenden Gemeinden. So ein Sprint von Ei zu Ei und zurück zum Korb verhindert jegliches Kältegefühl schon im Keim. Wenn die Rennstrecke für manchen Knirps noch zu schnell und zu lang war zeigten Mamas, Papas, Omas und Opas als Starthelfer und Mitläufer höchste, sportliche Leistungen und kamen so auch nicht zu kalten Füßen.
Die drei hübschen Prinzessinnen in ihren Nobelkarossen, warm und winddicht eingepackt, verfolgten das Rennen auf ihre Weise und überlegten sicher schon von welcher Startposition aus sie im nächsten Jahr das Rennen aufmischen werden. Ein warmes Hundefell ganz nah und Sonne im Rücken so lässt sich der Eierlauf genießen. Lachen, anfeuern und sich unterhalten, was sollte da die Laune trüben und wem das immer noch nicht reichte sich zu erwärmen, die beiden Knirpse taten es auf ihre Weise. Denn zwischen Hühnerei und Osterhase, ein Küsschen in Ehren kann auch erwärmen!
Nun zum Osterhasen: pünktlich zur Siegerehrung kam er an gehoppelt. Ganz frisch sah er nicht gerade aus, die Barthaare starr vor Kälte und die langen Lauscher hingen schlaff vom Kopf.
Na ja der Eierlauf ist ja immer seine letzte Aufgabe in der laufenden Ostersaison und da ist er dann schon ein bisschen schlapp und hat wahrscheinlich nur noch große Lust auf sein wohlverdientes Hasennickerchen in seiner warmen Hasenkuhle. Die freundlich lächelnden Kinderaugen haben ihm doch Wärme gebracht und er verteilte gerne seine bunten mitgebrachten Ostereier. Mir hat er noch verraten - bevor er davon gehoppelt ist, dass er auch im nächsten Jahr ganz persönlich wieder kommt und auch keinen anderen Hasenvertreter schickt, denn die Kinder beim Eierlauf im Unterhof sind ihm ganz besonders wichtig. Apropos bunt, ein paar Damen trotzten ganz auf ihre Weise bunt wie frisch gemalte Ostereier den widrigen Temperaturen - bunte Tücher peppig und farbenprächtig - ein fröhlicher Frühlingsgruß.
So nun ist aber genug der Erzählungen, was war noch wichtig!? Na klar, super Rührei gab es noch, sah schon in der Schüssel roh ganz lecker aus.
Besuch hatten wir nicht nur vom Osterhasen, auch Herr Weis unser Bürgermeister und seine Frau waren da.
Und im nächsten Jahr sehen wir uns bestimmt wieder.
G. Krewing-Rambause