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Eierlauf 2015

Eierlauf 2015
1. April 2015

23 Jahre Unterhöfer Eierlauf, 230 rohe Eier hatte das Sammelteam am Ostersamstag im Dorf eingesammelt.

Je 70 Eier wurden nach altem Brauch in zwei Reihen ausgelegt.

Mehr als 30 Kinder waren in 2 Mannschaften am Start. Mindestens dreimal so viele Mütter, Väter, Omas, Opas, Tanten und Onkel, Freunde und Verwandte feuerten die Läufer an, unterstützten nicht nur mit Anfeuerungsrufen, nein, sie griffen auch mit eigenem Körpereinsatz in das Geschehen ein.

Ein Ei ging in der stark frequentierten Zielgeraden zu Bruch. 228 Eier wurden sicher und gekonnt aufgeschlagen und mit 3 kg Speck samt Zwiebeln von Anton und Knut in 23 jähriger Routine zu köstlichem Rührei verarbeitet. Drei große Bauernbrote wurden vom Brotschneideteam in handliche Stücke geschnitten und mit dem dampfenden Rührei belegt. Zwei Kistchen Häschentörtchen wurden verteilt und von dem ganzen Geschehen unzählige Fotos gemacht.

Wer jetzt richtig mitgerechnet hat, dem ist aufgefallen, dass die Rechnung nicht ganz aufging. Ein Ei fehlte! Es lag braun und glatt unberührt und ohne Schaden zwischen Brotkorb und Serviertenstapel. Wurde es dort vergessen oder hat es sich so von selbst aus dem Geschehen frei gemacht? Dies zu entscheiden bleibt jedem Leser selbst überlassen. Es kam dann doch noch in den Topf an einem anderen Ort. Die ganze Organisation des Rennens war wie immer gut geraten, viele Zuschauer, keine allzu schlechte Wetterlage, super Läufer, Siegerfotos auch geraten.

Doch einer, auf den man sicher hoffte, der dazu gehört seit 23 Jahren, ließ dieses Mal doch ziemlich lange auf sich warten. Er kam daher recht müd und ziemlich schlaff mit seinem Korb voll bunter Eier. Kaum hatte er die Köstlichkeiten zur Freude aller Kinder verteilt, saß er müde mit hängenden Ohren auf der Treppe und musste sich ausruhen.

Nun mag man denken was man will, so ein Osterhase hat recht viel zu tun an Ostertagen. Die Nächte waren kalt zuvor und Ostern war in diesem Jahr recht früh im Kalender vermerkt. Nur dass er so sehr fertig war der Hase und gleich auf seinen Pfoten saß, lag sicher nicht nur an der Wetterlage! Vielleicht gab es am Sonntagabend und die Nacht zuvor noch ein rechtes Osterhasenfestgelage? Egal was auch geschehen sein mag davor, vergessen hat er ihn nie, weder in der vergangenen Jahren noch in diesen Tagen, den Eierlauf in unserem Dorf. Wenn ihr jetzt bald im Sonnenschein einen Hasen auf der Wiese mümmeln seht, dann grüßt ihn freundlich und denkt dabei, das könnte unser Osterhase sein.

G. Krewing-Rambausek