Seit 27 Jahren werden die Eier für den Lauf exakt in zwei Reihen zu mindestens je 70 Eiern ausgelegt.
Seit 27 Jahren werden die Eier am Karsamstag in den Haushalten im Dorf eingesammelt.
Seit 27 Jahren wird aus diesen rohen Eiern, wenn sie denn sicher und ungebrochen im Strohkorb landen, ein schmackhaftes Rührei in der großen Pfanne zubereitet.
Wieder wie seit 27 Jahren verfeinern Speck und Zwiebeln den Genuss! Das leckere Bauernbrot dazu liegt ganz in der Tradition.
Doch die Zeiten ändern sich!
Wer damals noch als kleiner Knirps an der Hand von Oma, Opa, Tante oder Elternteil den Parcours meisterte, stand heuer selbst in dieser Pflicht. So werden Kinder zu Eltern und Eltern zu Großeltern und jeder erinnert sich an seinen ersten Eierlauf im Dorf.
So war es auch in diesem Jahr und eine bunte Kinderschar angefeuert und unterstützt, meisterte mit Eifer und Elan die Kür samt Pflicht. Meist lag das braune oder weiße Ei dann sicher im Ziel-Korb. Regelmäßige Eierlaufbesucher/innen kennen auch die Wetterkapriolen, die in manchen Jahren zu Unregelmäßigkeiten beim Datum führten. Ganz ausgefallen ist bisher der Eierlauf jedoch noch nie! Bei Schneetreiben und Dauerregen wurde der Termin schon mal um eine Woche verschoben, was so ein frisches Renn-Ei aushalten kann und dann immer noch lecker schmeckt.
Die Unterhöfer und ihre Gäste lassen sich nicht so leicht vom Wetter aus der Ruhe bringen. Seit 27 Jahren ist trotz manchem kalten Wind und eisigen Temperaturen, trotz tropischer Hitze und Aprilschauer der Eierlauf im Unterhof stets für Teilnehmer/innen und Besucher zum Ostermontag ein fröhliches Muss!
So schaut auch traditionsbewusst der Bürgermeister gern vorbei mit seiner Frau.
Bei einem anderen, kann man nur spekulieren: Ist es nun Pflicht, Frust oder Bestimmung und pure Lebenslust? Der Hase kommt wie nach der Uhr gestellt mit einem Korb gefüllt mit Osterallerlei, mit grünem und rotem Ei, stets pünktlich hier im Dorf vorbei. Es ist sein letzter Auftrag in der Osterzeit und er wirkt nach der Saison dadurch wohl manchmal etwas schlapp. Doch Kinder, ihr könnt sicher sein nach seinem Besuch beim Eierlauf hängt er den Rest vom Jahr ganz faul beim Mümmeln frischer Kräuter ab, irgendwo auf einer Wiese.
G. Krewing-Rambausek