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Martinsumzug 2017

Martinsumzug 2017
11. November 2017

Es kamen viele Kinder mit ihren bunten Laternen um St. Martin auf seinem Pferd durch die Dunkelheit des Novemberabends zu begleiten. Warm eingepackt in Schals und Mützen, Handschuhen und Stiefelchen war das alles kein Problem für die bunte Schar.

Wie immer begleitet und behütet von Eltern, Tanten und Verwandten, Oma und von Opa schlängelte sich der Zug durch das Dorf hinunter zum Waldspielplatz. Über die dicke, bunte Decke aus gefallenem Laub ging es fast lautlos durch den Wald zurück.

In manchen Jahren übertönt das Rascheln des Laubes die Stimmen der Kinder und Erwachsenen. In diesem Jahr lag es schwer wie ein alter Teppich unter den Füßen. Der Regen, der den Tag über gefallen war, hatte gerade für die Zeit des Umzugs mal eine Pause gemacht und als die ersten Tropfen wieder fielen, war man schon sicher bei der Haltestelle für Kinderpunsch, Honigglühwein und Martinsbrezel angelangt. Es ist nicht so, dass im Unterhof beim Martinsumzug so einfach ratz fatz durch das Gelände marschiert wird. Martinslieder singen ist Pflicht und nicht nur die alten traditionellen Lieder werden gesungen. Hier ist man kreativ und experimentierfreudig. Beate begleitet seit Jahren das Singen der Lieder mit ihrem Gitarrenklang.

Mehr als einmal stockte der farbige Laternenzug auf seiner Strecke um ein Lied nach dem anderen zu singen. Nur einer war damit nicht immer ganz einverstanden. Das Martinspferd, der Chester, will am liebsten flott und zügig seine Runde laufen und nicht bei jedem Lied auf der Stelle tänzeln. Sankt Martin saß fest im Sattel und Karl, des Chesters Herr, führte ihn sicher durch den Wald.

Zu Beginn des Zuges gibt es immer auch eine kleine Geschichte, die zum Nachdenken anregt und an den Sinn und den Ursprung des Martinsumzugs erinnert. Besuch gab es auch in diesem Jahr, Herr Glasbrenner, unser Bürgermeister war am Start dabei und unbemerkt war da noch eine Person! Ein Martinsumzug ist normalerweise doch was für Kinder, wobei es im Unterhof schon eher eine Tradition für alle Altersgruppen ist. Denn das Beisammensein bei Brezel und Punsch an einem dunklen Novemberabend erhellt die Laune und macht froh. So war doch am Freitagabend ein alter Herr aus Heidelberg mit seiner Begleiterin nach Unterhof zum Martinsumzug gekommen, um das bunte Treiben der Laternen mit zu erleben. Er wäre gerne mitgelaufen doch mit 102 Jahren hätte er es auch im gemütlichen Tempo nicht mehr ganz geschafft. So begleitete er den Umzug vom Auto aus und freute sich dabei zu sein. Die Martinsbrezel und den Kinderpunsch hat er gerne genommen und die Erinnerung an den Martinsumzug im November 2017 im Unterhof.

G. Krewing-Rambausek

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