Ausflug heißt nicht immer auf große Tour gehen für die Mitglieder des Heimatvereins Unterhof. Dieses Jahr war das Thema „Wir wandern durch den Wald um Unterhof“, genauer durch den Kirchenrückwald und den Sallengrundwald. Unterwegs ging es darum sich ein wenig mehr als sonst beim Spazierengehen mit unserer dort heimischen Tier- und Pflanzenwelt vertraut zu machen. Am Ende dieser Wanderstrecke lockte auch im Sommerhof das Spanferkelessen, zu dem wir von Gabi und Manfred Sommer eingeladen waren. Nicht weniger als 25 Mitglieder machten sich auf den Weg am Sonntag den 2. Juni nach langen Regentagen bei strahlendem Sonnenschein. Teilnehmer jeder Altersgruppe waren dabei. So zog eine bunte Gesellschaft durch den Unterhofer Wald. Nur weit kamen sie nicht, gleich nach der Brücke über den Krebsbach zog ein Prachtexemplar von Lucanus Cervus alle Aufmerksamkeit auf sich. Wahrscheinlich ermüdet vom nächtlichen Hochzeitsflug saß dieser männliche Hirschkäfer am Wegesrand und wurde allgemein entsprechend seiner männlichen Schönheit und Seltenheit bewundert!
Sein imposantes Geweih faszinierte alle Teilnehmer mit dem Fazit: die Männer sind halt doch die Schönsten. Bis zum Parkplatz am Waldesrand bei Oberhof lauschten die aufmerksamen Wanderer dem Gesang der Mönchsgrasmücke und dem hellen Lied des Zaunkönigs, halfen Weinbergschnecken über den Weg und bewunderten hell- und dunkellippige Streifenschnecken. Die Wegstrecke war nicht immer einfach und so wurden Kinderwagen samt Inhalt auch mal über den schlammigen Grund getragen. Der Begeisterung für diese gemeinschaftliche Entdeckungstour tat es keinen Abbruch.
Überall aus Baumhöhlen und Nistkästen hörte man die Bettelrufe aus den Kinderstuben von Meise, Specht und Co. Die üppig und vielfältig blühende Pflanzenwelt ließ die Gruppe immer wieder verweilen und die Pracht von Einbeere, Schwarzer Teufelskralle, dem Zweiblatt (eine Orchideenart), Bittersüßem Nachtschatten und Tollkirsche bewundern.
Ein Hauch von Schmetterling zog vorbei, ein Waldbrettspiel, den anderen Faltern war es noch nicht warm genug an diesem Morgen. Nach der Trinkpause am Waldparkplatz ging es über die Straße hinauf zum Sallengrundwald und zur 200 Jahre alten Buche. Dort wurde deren Umfang mit Hilfe von Männerarmen gemessen und das lichtgrüne Gewölbe ihrer weiten Krone bewundert.
Zwischen den beiden Waldstücken zeigten sich im Aufwind am Himmel Rotmilan und Mäusebussard. Nun war Tempo machen angesagt, das Spanferkel wartete schon auf die eifrigen Naturbeobachter. Am Ausgang des Waldes bot sich ein Blick über unser Dorf, in die vertraute Landschaft des Kraichgaus und die weite Rheinebene. Vor uns die Felder, über denen sich im Singflug die selten gewordene Feldlerche erhob. Im Hintergrund, vom Wald her, kam der Ruf des Kuckucks und des Pfingstvogels (Pirol).
Die frisch aufgegangene Saat auf den Feldern zeichnete bezaubernde Bilder, Hecken und Bäume standen im frischen Grün, Hummeln und Bienen bevölkerten die blühenden Büsche.
Am Sommerhof angekommen wurde die Wandergruppe schon sehnlichst erwartet. Nicht alle konnten den Weg durch den Wald mit machen, aber gemeinsam zusammensitzen und den schönen Sommertag miteinander bei einer leckeren Spanferkelmalzeit verbringen, das musste sein.
So fanden sich dann im Hof von Gabi und Manfred mehr als 60 Mitglieder des Vereins ein. Es war ein gelungener, interessanter und schöner Tag im Wald von Unterhof und beim Essen im Sommerhof.
G. Krewing-Rambausek